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description: Neue BREKO-Marktanalyse legt offen, wie der Breitbandausbau zwischen Rekordzahlen und Kostenschock ins Stolpern gerät
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# 62 % geschafft und trotzdem Alarmstufe Rot bei den Netzbetreibern

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# 62 % geschafft und trotzdem Alarmstufe Rot bei den Netzbetreibern

*Neue BREKO-Marktanalyse legt offen, wie der Breitbandausbau zwischen Rekordzahlen und Kostenschock ins Stolpern gerät*

In den Zentralen der deutschen Glasfaser-Anbieter herrscht eine seltsame Stimmung: Man hat gerade eines der besten Ausbaujahre der Firmengeschichte hinter sich und trotzdem ist die Laune im Keller. Die frisch vorgestellte BREKO-Marktanalyse 2026, erstmals erstellt von IW Consult, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft, liefert dafür die Erklärung in Zahlen: Die Netzbetreiber haben so viele Haushalte und Unternehmen ans Glasfasernetz angeschlossen wie nie zuvor. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die eigene Zukunft eingebrochen.

**62 statt 52,8 Prozent.** So weit ist der Glasfaserausbau in Deutschland inzwischen fortgeschritten. Ein Sprung um 9,2 Prozentpunkte binnen eines Jahres, der 28,7 Millionen Haushalte und Unternehmen erreicht. 7,9 Millionen Anschlüsse sind mittlerweile tatsächlich aktiv geschaltet, 1,3 Millionen mehr als im Vorjahr. Auf dem Papier sieht das nach einem Land aus, das beim Netzausbau endlich in Fahrt kommt.

Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Risse. Erstmals führt der neu eingeführte Geschäftsklima-Index Telekommunikation vor, wie gespalten die Stimmung der Branche ist: Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen noch als solide positiv. Bei den Aussichten dagegen wird der Ton deutlich vorsichtiger, und die Bewertung der aktuellen Investitionsbedingungen fällt spürbar negativ aus. Ein Wert, der sich in den kommenden Monaten unbedingt verbessern müsste, mahnt der Bundesverband Breitbandkommunikation, kurz BREKO.

###### Der teuerste Meter führt in den Keller

Der Grund für die Zurückhaltung liegt buchstäblich im Boden vergraben. Drei von vier Unternehmen melden steigende Tiefbaukosten. Folglich gingen 2025 die Investitionen der Telekom-Wettbewerber leicht zurück, trotz eines stabilen branchenweiten Gesamtvolumens von 15,3 Milliarden Euro. Fast zwei Drittel davon, 9,8 Milliarden Euro, stemmen weiterhin die Wettbewerber der Deutschen Telekom allein.

Besonders teuer: der sogenannte Hausstich, die letzte Leitung von der Straße bis in den Keller. Im Schnitt kostet dieser Schritt 1.950 Euro pro Anschluss und genau deshalb verlegen Netzbetreiber ihre Leitungen immer seltener „auf Vorrat", also ohne bereits unterschriebenen Kundenvertrag. Die Zahl der tatsächlich angeschlossenen Gebäude (Homes Connected) wächst dadurch mit 1,2 Millionen deutlich langsamer als im Vorjahr, als es noch 2,1 Millionen waren. Deutschland nähert sich damit dem europäischen Durchschnitt zwar leicht an, bleibt aber weiterhin zurück.

„Der Glasfaserausbau kommt voran. Bis zur Flächendeckung ist es aber noch ein weiter Weg", ordnet Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Lage ein. Die steigenden Kosten und das verhaltene Investitionsklima seien Grund zur Sorge, zumal der Hunger nach Netzkapazität durch den KI-Boom weiter zunehme. Wer morgen leistungsfähige Netze wolle, müsse heute die richtigen Investitionsbedingungen schaffen, empfiehlt Hüther.

###### **Die Wettbewerber tragen die Hauptlast**

Ein Blick auf die Bilanz zeigt, wer den deutschen Glasfaserausbau eigentlich stemmt. Die im BREKO organisierten 268 Telekommunikationsnetzbetreiber haben inzwischen knapp 900.000 Kilometer Glasfaserleitung verlegt, davon fast 40.000 Kilometer allein im vergangenen Jahr. Gemessen am Umsatz investieren die Wettbewerber mit 29,4 Prozent nach wie vor knapp die Hälfte mehr als die Deutsche Telekom selbst, die auf 20,9 Prozent kommt.

Um trotz steigender Kosten wirtschaftlich zu bleiben, setzen inzwischen 88 Prozent der Netzbetreiber auf Kooperationen mit anderen Anbietern, vor allem über offene Netzzugänge auf Layer-2-Ebene. „Die Wettbewerber leisten den größten Beitrag zum Glasfaserausbau in Deutschland und wollen dies auch weiterhin tun", sagt BREKO-Präsident Norbert Westfal. Möglich sei das aber nur im Rahmen des wirtschaftlich Machbaren. Open Access sei der wichtigste Hebel, um Ressourcen zu bündeln und Netze auszulasten. Dafür brauche es aber Schutz vor unfairem Verdrängungswettbewerb. Mit einem selbst vorgeschlagenen Fairplay Agreement für Open Access habe die Branche bereits einen Lösungsvorschlag geliefert. Neue regulatorische Eingriffe könnten eine marktgetriebene Einigung gefährden.

###### **Der Abschied vom Kupferkabel wird zur Systemfrage**

Ein zentrales Zukunftsthema der Studie: der geordnete Umstieg vom alten Kupfernetz auf Glasfaser. Die Zahlen zeigen, wie stark dieser Übergang die Investitionsentscheidungen beeinflusst. Gäbe es einen verbindlichen, regelgebundenen Fahrplan für die Kupfer-Glas-Migration, wären drei von vier Unternehmen (77 Prozent) bereit, weiter zu investieren. Fehlt eine solche Regelung, würde mehr als die Hälfte der Netzbetreiber (52 Prozent) ihren Ausbau eher zurückfahren.

Technisch wäre der Umstieg in vielen Regionen längst möglich: Bei knapp einem Fünftel aller Adressen, das sind 5,7 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte, liegt die Glasfaserausbauquote bereits über 85 Prozent. Dort ließe sich sicherstellen, dass in den mindestens drei Jahren bis zur endgültigen DSL-Abschaltung niemand ohne Internetanschluss bleibt.

BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers macht Druck: „Wer die Netze der Zukunft will, muss den Wechsel auf das zukunftsfähige Glasfasernetz jetzt forcieren." Entscheidend für den Start des Übergangsprozesses sei eine hohe Ausbauquote vor Ort: Die sogenannte Homes-Passed-Quote müsse als Hebel dienen, nicht eine bereits hohe Zahl fertig angeschlossener Gebäude. Von Bundesregierung und Bundesnetzagentur erwartet er, sich in Brüssel für eine wettbewerbskonforme, regelgebundene Ausgestaltung des Kupfer-Glasfaser-Upgrades im Digital Networks Act einzusetzen. Nur eine verbindliche Regelung schaffe die nötige Investitionssicherheit.

###### **Regulierung mit Augenmaß**

Bleibt das Ausbautempo der vergangenen fünf Jahre bestehen, könnten laut Prognose der Marktanalyse bereits 2030 mehr Glasfaser- als DSL-Anschlüsse aktiv genutzt werden. Bis zur echten Flächendeckung sind jedoch weiterhin hohe Milliardenbeträge an privatem Kapital nötig. Genau das ist das Problem, denn das Investitionsklima hat sich in den letzten Jahren spürbar abgekühlt.

Der BREKO warnt deshalb vor neuen, pauschalen Regulierungsverpflichtungen unabhängig von der Marktmacht einzelner Unternehmen, wie sie der aktuelle Entwurf des Telekommunikationsgesetzes vorsieht. Solche Eingriffe könnten private Investitionen zusätzlich bremsen, und das in einer Phase, in der die Branche eigentlich verlässliche Leitplanken bräuchte. Der Verband fordert stattdessen Rahmenbedingungen, die Ausbau und Aktivierung bestehender Anschlüsse gezielt stärken, sowie regulatorische Eingriffe nur dort, wo tatsächlich konkrete Wettbewerbsprobleme bestehen.

###### **Der Norden bleibt vorn**

Im Ländervergleich bleibt die Rangordnung stabil, doch die Dynamik verschiebt sich. Schleswig-Holstein führt mit einer Glasfaserausbauquote von 94,0 Prozent weiterhin das Ranking an, gefolgt von Hamburg (92,5 Prozent) und Bremen (88,9 Prozent). Den größten Sprung nach vorn machen jedoch das Saarland und Berlin, mit einem Plus von 19,0 beziehungsweise 16,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Bei der tatsächlichen Anschlussquote liegen Schleswig-Holstein (66,7 Prozent), Hamburg (50,0 Prozent) und Brandenburg (48,8 Prozent) vorn.

###### **KI treibt die nächste Ausbauwelle**

Ein neuer Wachstumstreiber zeichnet sich derweil ab: Rechenzentren. Der KI-Boom lässt den Bedarf an Rechenkapazität rasant steigen, und wachsende Anforderungen an Datensouveränität, Resilienz und Latenz machen vor allem regionale Rechenzentren für Telekommunikationsunternehmen attraktiv. Fast die Hälfte der befragten Netzbetreiber (46,8 Prozent) betreibt bereits eigene Rechenzentren oder plant den Einstieg (6,4 Prozent). Gleichzeitig bremsen hohe Investitionssummen 80 Prozent der Unternehmen, und mehr als die Hälfte (58,2 Prozent) schreckt vor den Anforderungen an die Energieeffizienz zurück.

Ein Beispiel für diesen Trend liefert NetCologne, das mittlerweile vier eigene Rechenzentren betreibt. Das jüngste und modernste davon steht in Köln-Lövenich und wurde als erstes vollständig klimaneutrales Rechenzentrum des Unternehmens konzipiert, angebunden an das über 30.000 Kilometer lange eigene Glasfasernetz von NetCologne.

 

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